Korrelation von Unfallhäufigkeit und Pkw-Alter beim Erwerb

Bei vielen Kfz-Versicherern hängt die Beitragshöhe einer Kfz-Haftpflichtversicherung auch vom Alter des zu versicherten Autos zum Zeitpunkt, als der aktuelle Kfz-Halter das Fahrzeug erworben hat, ab. Warum dieses so ist, belegt eine aktuelle Statistik.

5.2.2024 (verpd) Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Unfälle, die mit Pkws verursacht werden und bei denen andere zu Schaden kommen, und dem Alter der Autos beim Erwerb durch die aktuellen Kfz-Halter. Eine Ausnahme davon sind allerdings Oldtimer, denn mit ihnen werden am seltensten Haftpflichtschäden herbeigeführt. Dies verdeutlicht eine gemeinschaftliche Kraftfahrt-Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Im Jahr 2022 bestand im Schnitt für über 45,9 Millionen Pkws – Campingfahrzeuge, Taxis und Mietautos nicht miteinberechnet – für mindestens ein Jahr eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Wagen, die weniger als zwölf Monate im Berichtsjahr angemeldet waren, wie dies beispielsweise bei Saisonkennzeichen der Fall sein kann, wurden anteilig in der Statistik gezählt.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt im Rahmen der vereinbarten Deckungssummen unter anderem die Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden der geschädigten Dritten von Unfällen, die mit dem versicherten Auto verursacht wurden. Im Berichtsjahr verursachten die genannten Pkws knapp 2,23 Millionen solcher Kfz-Haftpflichtunfälle. Das gesamte Schadenvolumen, das die Kfz-Haftpflichtversicherer dafür aufwendeten, betrug knapp 9,8 Milliarden Euro.

Die Schadenhäufigkeit lag 2022 bei rund 48 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 zugelassenen Autos. Dies ergibt sich aus der aktuellen, gemeinschaftlichen „Jahresgemeinschafts-Statistik Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin).

Niedrige Schadenhäufigkeit bei Neuwagen und Oldtimern

Ein Blick in die Statistik verdeutlicht unter anderem, warum das Fahrzeugalter beim erstmaligen Erwerb des aktuellen Kfz-Halters eine berechtigte Rolle hinsichtlich der Beitragshöhe spielt. Im Durchschnitt zahlten die Kfz-Haftpflichtversicherer den geschädigten Unfallgegnern je Kfz-Haftpflichtschaden 4.378 Euro.

Betrachtet man das Alter der Fahrzeuge, als sie zum ersten Mal vom aktuellen Kfz-Halter erworben beziehungsweise auf diesen zugelassen wurden, ergibt sich jedoch ein unterschiedliches Bild. Denn mit den rund 23,4 Millionen Pkws, die beim Kauf oder Erwerb des jetzigen Kfz-Halters noch keine drei Jahre seit der Erstzulassung und damit relativ neu waren, wurden in 2022 durchschnittlich nur 43 Kfz-Haftpflichtunfälle je 1.000 versicherte Pkws, die in diese Kategorie fallen, verursacht.

Die Höhe eines Kfz-Haftpflichtschadens lag hier im Schnitt bei 4.175 Euro. Damit liegen die Schadenhäufigkeit wie auch die durchschnittliche Schadenhöhe bei den neu oder fast neu gekauften Autos deutlich unter den Durchschnittswerten aller Pkws. Ebenfalls eine deutlich niedrigere Schadenhäufigkeit als der Durchschnitt aller Pkws weisen die über 685.400 Autos auf, die beim Erwerb des aktuellen Kfz-Halters 23 Jahre oder noch älter waren.

Die Schadenhäufigkeit bei diesen Oldtimern lag im Berichtsjahr bei 36 Kfz-Haftpflichtschäden je 1.000 versicherten Autos dieser Alterskategorie. Das ist der niedrigste Wert bei allen Kfz-Altersklassen. Allerdings lag die durchschnittliche Schadenhöhe je Kfz-Haftpflichtunfall bei den Oldtimern mit 4.806 Euro deutlich über dem Durchschnitt aller Pkws.

Die Autoaltersklasse mit den anteilig meisten Unfällen

Bei allen Autos, die beim Erwerb durch den jetzigen Kfz-Halter zwischen drei und unter 23 Jahre alt waren, zeigt sich: Je älter ein Pkw beim Erwerb durch den aktuellen Autohalter war, desto höher war auch die Schadenhäufigkeit je Kfz-Haftpflichtunfall. Bei den drei bis unter vier Jahre alten Pkws lag die Schadenhäufigkeit bei 46 Kfz-Haftpflichtschäden je 1.000 versicherte Autos dieser Alterskategorie und der Schadendurchschnitt bei 4.398 Euro je Kfz-Haftpflichtschaden.

Bei den beim Erwerb neun bis unter zehn Jahre alten Autos betrug die Schadenhäufigkeit 56 Kfz-Haftpflichtschäden je 1.000 dieser versicherten Autos und die Schadenhöhe im Schnitt 4.507 Euro je Kfz-Haftpflichtschaden. Die Schadenhäufigkeit der zwölf bis unter 13 Jahre alten Autos bei Erwerb lag bei 63 und bei den 13 bis unter 16 Jahre alten Wagen beim Kauf des Kfz-Halters sogar bei 67 Kfz-Haftpflichtunfälle pro 1.000 Autos der jeweiligen Alterskategorie.

Die höchste Schadenhäufigkeit mit 72 Kfz-Haftpflichtunfälle pro 1.000 versicherten Pkws hatten die Wagen, die beim Erwerb zwischen 16 und unter 18 Jahre alt waren. Den höchsten durchschnittlichen Schaden mit 5.184 Euro je Kfz-Haftpflichtunfall wurden dagegen mit Autos, die zum Zeitpunkt des Erwerbs durch den aktuellen Kfz-Halter zwischen 18 und unter 20 Jahre alt waren, verursacht. Die Schadenhäufigkeit war hier mit 70 Unfällen je 1.000 Wagen dieser Kategorie am zweithöchsten.