Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Hautkrebs

Nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts ist Hautkrebs bei den Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebsart. Es gibt jedoch Vorsichtsmaßnahmen, die das individuelle Erkrankungsrisiko minimieren. Dies gilt nicht nur für Erwachsene, sondern bereits für Kinder.

20.6.2022 (verpd) Es gibt einige Faktoren, die das persönliche Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, teils deutlich erhöhen. Einer der Hauptauslöser sind Hautschäden durch UV-Strahlung, wie sie vom Sonnenlicht oder auch in künstlicher Form von Solarien abgegeben werden. Nicht nur für Erwachsene, sondern bereits für Kinder ist daher ein ausreichender Sonnenschutz unabdingbar.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verdoppelt sich hierzulande die Anzahl der Hautkrebs-Neuerkrankungen alle zehn bis 15 Jahre. Laut aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) haben alleine 2018 über 222.300 Personen erstmalig die Diagnose Hautkrebs erhalten. Das waren fast 45 Prozent aller in diesem Jahr festgestellten Krebsneuerkrankungen.

Bei der Mehrheit der Neuerkrankungen, nämlich bei fast 90 Prozent, wurde ein Basalzell- oder Plattenepithel-Karzinom, auch weißer Hautkrebs genannt, festgestellt – eine Krebsart, die meist heilbar und selten tödlich ist. Jede zehnte Hautkrebsneuerkrankung war allerdings das lebensgefährliche maligne Melanom (schwarzer Hauptkrebs).

Faktoren, die das Hautkrebsrisiko erhöhen

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse, einer gesetzlichen Krankenversicherung, gibt es einige Kriterien, die das individuelle Risiko, im Laufe des Lebens an Hautkrebs zu erkranken, erhöhen.

Gesundheitsexperten schätzen, dass das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, bei Personen mit über 40 Leberflecken auf der Haut um das 4,5-Fache höher ist als bei allen anderen. Auch die Erbanlagen könnten das Hautkrebsrisiko erhöhen. Experten gehen davon aus, dass etwa jede zehnte Erkrankung mit schwarzem Hautkrebs auf erbliche Vorbelastung zurückzuführen ist.

Das Hauptrisiko ist allerdings, wenn die Haut im Kindes-, Jugend- oder auch im Erwachsenenalter einer häufigen oder intensiven ultravioletten (UV-)Strahlung, wie sie das Sonnenlicht, aber auch Solarien abgeben, ausgesetzt ist. Denn diese UV-Strahlung kann unter anderem das Erbgut der Hautzellen schädigen und damit Hautkrebs auslösen. Dabei ist nicht nur ein Sonnenbrand gefährlich, sondern schon eine Strahlung geringer Dosis, also noch bevor es überhaupt zu einer Rötung der Haut kommt, kann laut Gesundheitsexperten die Erbsubstanz verändern.

Bereits eine mittlere UV-Strahlung ist gefährlich

Die Stärke der UV-Strahlung wird als UV-Index (UVI)-Wert auf einer Skala von eins bis elf angegeben. Je höher der UVI-Wert, desto größer ist das Hautkrebsrisiko. Schutzmaßnahmen vor UV-Strahlung, beispielsweise durch Kleidung und Sonnenschutzcreme, sind laut BfS bereits ab einem UV-Index 3, also bei mittlerer UV-Strahlung erforderlich. Informationen zum regionalen UVI-Wert findet man im Webportal des BfS oder oft auch in Tageszeitungen und Wetterberichten. In der Regel ist in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr der UVI-Wert am höchsten.

Aktivitäten im Freien sollten daher in die Morgen- und Abendstunden verlegt und die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr bevorzugt im Schatten verbracht werden. Es gilt jedoch zu bedenken, dass auch im Schatten die UV-Strahlung laut Gesundheitsexperten vorhanden und teils nur um 20 bis 50 Prozent geringer sein kann als in der Sonne. Es gibt zudem Faktoren, die die UV-Strahlung verstärken können, wie beispielsweise Wasser, Sand, aber auch Schnee, welche die UV-Strahlung reflektiert.

Gesundheitsexperten raten grundsätzlich, die Aufenthaltsdauer in der Sonne an seinen eigenen Hauttyp anzupassen und so jede Rötung der Haut vermeiden. Dabei gilt: Je heller die Haut, desto kürzer sollte man sich direkt der Sonneneinstrahlung aussetzen. Medikamente wie zum Beispiel bestimmte Antidepressiva, manche Hormonpräparate oder einige Herz-Kreislauf-Medikamente können die Lichtempfindlichkeit aber auch erhöhen. Details dazu sollte man mit dem behandelnden Arzt abklären.

Bereits eine niedrige UV-Strahlung ist gefährlich

Schon eine niedrige UV-Strahlung ab einem UV-Index 3 kann die Hautzellen dauerhaft schädigen und zwar bevor es überhaupt zu einer Hautrötung oder gar zu einem Sonnenbrand gekommen ist.

Daher sind bereits ab einem Wert von UVI 3 Sonnenschutzmaßnahmen wie das Vermeiden von direkter Sonneneinstrahlung zum Beispiel durch das Tragen von entsprechender Kleidung und das Auftragen einer Sonnenschutzcreme auf unbedeckter Haut wichtig.

Prinzipiell sollten Aktivitäten im Freien ab einem UVI 3 möglichst in die Morgen- und Abendstunden verlegt und die Mittagszeit bevorzugt in einem Raum oder zumindest im Schatten verbracht werden. Liegt der UV-Index bei acht oder höher, empfiehlt der BfS, gerade in der Mittagszeit möglichst nicht draußen zu sein.

Die passende Wahl der Sonnencreme

Bei der Wahl der Sonnencreme ist darauf zu achten, dass sie vor UV-A- und UV-B-Strahlung schützt. Zudem ist der passende Lichtschutzfaktor (LSF) zu wählen. Das BfS empfiehlt mindestens 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt an der Sonne, eine Sonnencreme mit mindestens LSF 20 bei Erwachsenen und LSF 30 bei Kindern auf alle unbedeckten Hautstellen aufzutragen. „Aufenthalte in großen Höhen, auf Schnee, am und im Wasser und in sonnenreichen Regionen erfordern ein Sonnenschutzmittel mit einem sehr hohen LSF (50+)“, so das BFS.

Je heller die Haut, desto kürzer sollte die direkte Sonneneinstrahlung und desto höher muss der LSF der Sonnencreme sein. Damit der auf dem Sonnenschutzmittel ausgewiesene LSF erreicht wird, sollten zwei Milligramm des Sonnenschutzmittels pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Bei einem Erwachsenen sind dies rund vier Esslöffel für den gesamten Körper.

Der BSF empfiehlt, das Sonnenschutzmittel alle zwei Stunden aufzutragen. Wer zum Schwimmen geht oder schwitzt, sollte zudem wasserfeste Sonnencreme verwenden.

UV-Schutz durch Kleidung und Kopfbedeckung

Der Webauftritt des BFS enthält weitere Tipps zum UV-Schutz. Unter anderem ist hier zu lesen: „Der beste und einfachste Schutz ist mit Kleidung und einer Kopfbedeckung zu erreichen. Kleidung mit Schutz vor ultravioletter (UV-)Strahlung ist in manchen Fällen empfehlenswert. Die Kopfbedeckung sollte auch die Ohren und den Nacken schützen. Die Schuhe sollten den Fußrücken bedecken.“

Bei direkter Sonneneinstrahlung hilft eine Kopfbedeckung, unter anderem einem Sonnenstich, aber auch einem Sonnenbrand auf der Kopfhaut vorzubeugen. Besondere UV-Schutzkleidung wird Personen empfohlen, die längere Zeit im Freien sind, wie Sportler, Dachdecker, Straßen- und sonstige Bauarbeiter. Zudem sollte man an sonnigen Tagen seine Augen mit einer Sonnenbrille mit der Kennzeichnung UV-400 schützen. UV-400 steht dafür, dass die Brillengläser eine UV-Strahlung mit einer Wellenlänge bis 400 Nanometer, welche die Augen schädigen kann, abhält.

Mehr Informationen zum Thema Hautkrebs wie Symptome, Früherkennungsmaßnahmen und Präventionstipps enthalten die Webportale folgender Institutionen: BfS, Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsches Krebsforschungszentrum, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).