So häufig gehen die Bundesbürger zum Arzt

In einer aktuellen Studie einer gesetzlichen Krankenkasse wurde untersucht, wie oft im Jahr ihre Versicherten einen Arzt aufsuchen. Differenziert nach Geschlechtern und Altersgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede.

11.3.2019 (verpd) Im Jahr 2017 haben sich rund 93 Prozent der Bürger hierzulande mindestens einmal von einem Arzt ambulant behandeln lassen. Statistisch gesehen hat jeder Bürger sogar mehr als achtmal eine ambulante Arztbehandlung in Anspruch genommen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Datenanalyse einer Krankenkasse.

Vor Kurzem hat die Krankenkasse Barmer, ein Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), mit dem „Arztreport 2019“ eine Datenanalyse für das Jahr 2017 veröffentlicht. Basis der Untersuchung sind die anonymisierten Daten der 9,27 Millionen Versicherten der genannten Krankenkasse, das sind mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. Bei diesen gab es 2017 fast 87 Millionen Behandlungsfälle.

Hochgerechnet auf die Bevölkerung in Deutschland haben damit rund 77 Millionen Bürger insgesamt mehr als 700 Millionen Mal eine ambulante medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Damit sind rund 93 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal bei einem Arzt gewesen. Im Durchschnitt ist jeder Bürger sogar knapp 8,6-mal zum Arzt gegangen.

Mehr Frauen als Männer gehen zum Arzt

Im Detail besuchten 90 Prozent Männer und 96 Prozent der Frauen in 2017 mindestens einmal einen Arzt. Vergleicht man die Daten mit Statistiken auch der Vorjahre, zeigt sich eine minimale Zunahme der Behandlungsrate – 2005 lag der Wert Geschlechter-übergreifend bei 92 Prozent. Bei den Frauen gab es eine Steigerung um einen Prozentpunkt, bei den Männern ging es um zwei Prozentpunkte bergauf.

Betrachtet man die Behandlungsrate nach Alter differenziert, so liegt diese Geschlechter-übergreifend in der Altersgruppe ab 90 Jahren mit jeweils über 98 Prozent am höchsten und im Alter zwischen 30 und 34 Jahren mit knapp unter 90 Prozent am niedrigsten. Bei den Männern zwischen 25 und 34 Jahren gingen 2017 die wenigsten, nämlich nur knapp 84 Prozent zum Arzt. Bei den Frauen der gleichen Altersgruppe waren es dagegen mehr als 96 Prozent, allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass in diesem Alter viele Frauen schwanger werden und deswegen zum Arzt gehen.

Bei den erwachsenen Frauen war die Behandlungsrate in der Altersgruppe zwischen 45 und 49 Jahren mit knapp unter 95 Prozent am niedrigsten. Auffällig ist, dass ab dem 45. Lebensjahr der prozentuale Anteil der Männer und Frauen, die sich ambulant behandeln lassen, stetig ansteigt. Im Alter zwischen 75 und 79 Jahren ist die Behandlungsrate mit über 97 Prozent bei beiden Geschlechtern fast gleich hoch und differiert auch in späteren Jahren maximal um 0,3 Prozentpunkte zwischen Männern und Frauen.

Im Schnitt ist jeder Bürger über achtmal im Jahr beim Arzt

Auch bei der durchschnittlichen Anzahl der Behandlungsfälle sind die Frauen etwas häufiger zum Arzt gegangen. Statistisch ist insgesamt jeder Bürger im Schnitt 8,58-mal beim Arzt für eine ambulante Behandlung gewesen – bei den Frauen waren es im Durchschnitt allerdings 10,01 und bei den Männer 7,11 Behandlungen pro Jahr.

Insgesamt steigt mit dem Alter auch die durchschnittliche Anzahl der Behandlungen und zwar bei den Männern wie bei den Frauen. Während es bei den 25- bis 29-Jährigen rund 6,52 Behandlungen im Jahr waren, sind es bei den 80- bis 84-Jährigen 14,21 Behandlungen im Kalenderjahr.

Wer übrigens als gesetzlich Krankenversicherter auch die Leistungen und Behandlungsmethoden erhalten möchte, wie sie ein privat Krankenversicherter in Anspruch nehmen kann, kann dafür eine private Krankenzusatz-Versicherung abschließen. Solche Krankenzusatz-Policen werden für den stationären und eben auch für den ambulanten Bereich sowie für Behandlungen beim Zahnarzt angeboten. Mehr Informationen dazu gibt es beim Versicherungsexperten.

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