Hohe Unterschiede beim Alterseinkommen von Mann und Frau

Viele Frauen befassen sich nicht mit der Altersvorsorge, obwohl dies gerade für sie besonders wichtig wäre, wie unter anderem eine Aussage der Bundesregierung belegt.

11.9.2017 (verpd) Fast die Hälfte der Frauen zwischen 35 und 55 Jahren befasst sich nicht mit dem Thema Altersvorsorge. Das ergab eine Umfrage unter 1.000 Frauen. Dabei sind Frauen finanziell im Rentenalter im Durchschnitt erheblich schlechter gestellt als Männer, wie aus einer Aussage der Bundesregierung hervorgeht.

Ein Vermögensverwaltungs-Unternehmen hat 1.000 Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren zum Thema private Altersvorsorge befragt. Unter anderem wurde die persönliche Einstellung zur Relevanz der privaten Vorsorge, zu finanzspezifischen Aspekten und zu Themen, die Frauen im Besonderen betreffen, erfragt. Die Studie zeigt, dass sich 44 Prozent der Befragten nicht mit dem Thema private Altersvorsorge beschäftigen.

Und das, obwohl 79 Prozent der befragten Frauen davon ausgehen, dass sie mit Auszeiten und Teilzeitarbeit in ihrer Erwerbsbiografie eine Versorgungslücke im Alter haben werden. Rund drei Viertel der Befragten (76 Prozent) waren der Meinung, dass besonders alleinerziehende Mütter von der Versorgungslücke betroffen sein werden.

Frauen haben eine deutlich niedrigere Rentenhöhe wie Männer

Dass Frauen im Durchschnitt nur 47 Prozent der Altersrenteneinkommen von Männern zur Verfügung haben, erklärte erst kürzlich eine Oppositionspartei auf Grundlage einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung. Demnach betrug die Rentenlücke in Deutschland zwischen Mann und Frau im Jahr 2015 53 Prozent. Das heißt, Frauen hatten im Rentenalter nicht einmal die Hälfte des Altersrenteneinkommens eines Mannes.

Das Altersrenteneinkommen setzt sich dabei aus einer eventuell vorhandenen gesetzlichen Altersrente, einer betrieblichen Rente und/oder einer Rentenleistung aus einer privaten Altersvorsorge zusammen. Im Detail betrug die Rentenlücke bei der gesetzlichen Rente zwischen Mann und Frau 45 Prozent. Dementsprechend erhielten Frauen durchschnittlich nur rund 55 Prozent der gesetzlichen Rentenhöhe, die die Männer bekamen. Die größte Lücke gab es laut der Anfrage mit 60 Prozent in der betrieblichen Altersversorgung.

Eine Frau hatte demnach im Durchschnitt nur 40 Prozent der Betriebsrente, die ein Mann erhielt. Am kleinsten war die Rentenlücke bei der Privatvorsorge mit 14 Prozent. Die Anfrage zeigt zudem, wie niedrig die durchschnittliche gesetzliche Altersrente bei den Rentnern war, die 2016 erstmalig eine solche Rente bezogen haben. In den alten Bundesländern betrug die durchschnittliche Rentenhöhe der Männer 1.013 Euro und die der Frauen 631 Euro, in den neuen Bundesländern waren es bei den Männern 989 Euro und bei den Frauen 887 Euro.

Auf Grundlage von Fakten bedarfsgerecht vorsorgen

Die Zahlen zeigen, dass es nicht nur für Männer, sondern insbesondere auch für Frauen wichtig ist, über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus für das Alter vorzusorgen. Verheiratete müssen zudem bei Verlust des voll verdienenden Partners durch einen Schicksalsschlag oder auch durch ein Scheitern der Ehe oft mit zusätzlichen gravierenden wirtschaftlichen Folgen rechnen.

Um eine Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es prinzipiell wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente unter Einbeziehung sonstiger bereits bestehenden Altersvorsorgelösungen – sein wird.

Bei der Berechnung der persönlichen Rentenlücke und bei Fragen zur richtigen Höhe und passenden Form einer sinnvollen Altersvorsorge sowie zur optimalen Nutzung von staatlichen Altersvorsorge-Förderungen hilft ein Versicherungsfachmann auf Wunsch weiter. Wichtig dabei ist es laut Experten, dass eine zusätzliche Altersvorsorge auch während einer eventuell genommenen Elternzeit oder während einer Teilzeitbeschäftigung fortgeführt wird.

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