Wider besseres Wissen: Handynutzung während der Fahrt

Obwohl es verboten ist, als Auto- oder auch als Radfahrer während der Fahrt ein Smartphone in die Hand zu nehmen, haben deutlich mehr als die Hälfte dagegen schon einmal verstoßen. Dabei erhöht ein solches Verhalten das Unfallrisiko deutlich, weshalb auch hohe Strafen drohen.

25.3.2024 (verpd) Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom hat die Mehrheit der Fahrer schon einmal während der Autofahrt ein Smartphone auf unerlaubte Weise verwendet. Bei den Fahrradfahrern lag der prozentuale Anteil sogar noch höher als bei den Autofahrern. Dabei sollte eigentlich jeder, der ein Fahrzeug lenkt wissen, wie sehr man vom Straßenverkehr abgelenkt wird, wenn man ein Mobiltelefon in die Hand nimmt, um zu telefonieren oder auch nur um eine erhaltene Nachricht zu lesen.

Der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom e.V. hat jüngst eine Umfrage zur Nutzung des Smartphones während der Teilnahme am Straßenverkehr durchführen lassen. Befragt wurden 1.007 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren. Ein Ergebnis ist, dass die Mehrheit der Autofahrer, nämlich 56 Prozent, das Mobiltelefon während der Fahrt schon einmal in einer nicht erlaubten Weise benutzt hat.

Bei den Männern lag der Anteil mit 59 Prozent sogar noch höher ist als bei den Frauen (54 Prozent). Bei den Radfahrern gaben sogar 62 Prozent an, verbotenerweise mit dem Handy in der Hand gefahren zu sein. Grundsätzlich ist es zum Beispiel als Fahrer nicht erlaubt, während der Fahrt ein Smartphone in die Hand zu nehmen, um damit zu telefonieren, eine Nachricht zu lesen oder einen Text einzutippen.

Diese Strafen drohen

Dabei können Auto- und Radfahrer für ein solches Verhalten bestraft werden. Autofahrer müssen mit mindestens 100 Euro und einem Punkt im Flensburger Fahreignungsregister rechnen. Im Falle einer Gefährdung oder Sachbeschädigung kann die Strafe deutlich höher sein und auch ein Fahrverbot zur Folge haben. Auch Radfahrern droht mindestens eine Strafe von 55 Euro für eine verkehrsregelwidrige Handynutzung.

Die Befragung zeigt aber auch, dass ein Großteil, nämlich 94 Prozent der Befragten, es verantwortungslos findet, wenn Pkw-Fahrer ein Smartphone in nicht erlaubter Weise während der Autofahrt nutzen. Und das aus gutem Grund, denn ein solches Verhalten erhöht nachweislich das Unfallrisiko.

Blindflug durch Handynutzung

„Selbst ein kurzer Blick aufs Smartphone kann im entscheidenden Augenblick zu viel sein“, betont diesbezüglich Dr. Sebastian Klöß, Bereichsleiter Consumer Technology beim Bitkom. Und er hat Recht, wie folgende Beispielrechnung belegt: Wer nur zwei Sekunden auf sein Handy schaut, legt bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern bereits 30 Meter im „Blindflug“ zurück.

„Wer nicht darauf verzichten kann, sollte das Gerät während der Autofahrt ausschließlich per Sprachbefehl bedienen oder einfach kurz anhalten“, ergänzt Dr. Klöß. Dass die Nutzung einer Freisprecheinrichtung im Auto während der Fahrt mittlerweile Pflicht ist, sollte sich herumgesprochen haben.

Doch auch dies ist kein Allheilmittel. Denn nach Angaben von Verkehrsexperten steigt das Unfallrisiko bereits durch das Telefonieren am Steuer um das Zwei- bis Fünffache. Schließlich lenkt jedes Gespräch allein durch seine Inhalte und Intensität vom Verkehrsgeschehen ab.

Das Smartphone oder ein sonstiges elektronisches Gerät während der Fahrt in die Hand zu nehmen, beispielsweise um eine Textnachricht zu tippen oder um Nachrichten zu lesen, lenkt noch einmal deutlich mehr ab als ein reines Telefonat. Ein solches Verhalten ist daher – anders als das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung – verboten.