Zwei Leiden führen zu über 60 Prozent aller Sterbefälle

Seit 2015 sterben jedes Jahr hierzulande wieder deutlich mehr als 900.000 Personen, wenn auch zuletzt mit leicht rückläufiger Tendenz. Woran die meisten Menschen gestorben sind, zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts.

16.11.2020 (verpd) Vor zwei Jahren waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie auch in den Jahren zuvor die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von Krebsleiden. Diese beiden Krankheitsgruppen kommen laut der aktuellen Todesursachenstatistik von Destatis auf einen Anteil von über 60 Prozent. Besonders deutlich zugenommen hat unter anderem die Zahl derer, die an psychischen Störungen und Verhaltensstörungen gestorben sind.

Letztes Jahr sind zum fünften Mal in Folge mehr als 900.000 Personen in einem Kalenderjahr verstorben. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren es rund 939.500 Personen, die 2019 ihr Leben verloren. Dies entspricht dem zweithöchsten Wert in diesem Jahrtausend. Mehr Todesfälle gab es zuletzt 2018 mit etwa 954.900 Verstorbenen. Daraus errechnet sich aktuell ein Rückgang von circa 1,6 Prozent.

Aus weiteren Destatis-Statistiken geht hervor, welches die häufigsten Todesursachen waren. Dabei werden die Ursachen nach der vierstelligen ICD-10-Klassifikation – der sogenannten Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme – aufgelistet. Aktuell liegen allerdings diesbezüglich nur Daten für das Jahr 2018 vor.

Herz-Kreislauf-Leiden weiterhin häufigste Todesursache

Im genannten Berichtsjahr sind hierzulande rund 345.300 Personen an Krankheiten des Kreislaufsystems wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall gestorben, was rund 36 Prozent aller Sterbefälle entspricht. Ende der 1980er-Jahre lag der Anteil noch bei über der Hälfte und im Jahr 2012 waren es noch mehr als 40 Prozent.

Insgesamt sterben schon seit Längerem jährlich mehr Frauen als Männer an einem Herz-Kreislauf-Leiden: 2018 waren es knapp 188.000 Frauen und fast 157.300 Männer, die dadurch ihr Leben verloren. Bei den Frauen geht jedoch die Zahl der Todesopfer durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung seit Jahren tendenziell zurück. Bei den Männern ist die Todesrate dagegen in den letzten zwei Jahren angestiegen: 2016 starben noch 152.800 und 2017 156.200 Männer daran.

Allein an einem Herzinfarkt starben 2018 hierzulande über 46.200 Personen. Doch die Zahlen gehen insgesamt deutlich zurück. 2017 verloren dadurch noch knapp 47.000 Menschen, zwischen 2011 und 2013 jeweils um die 55.000 Personen und 2003 sogar fast 70.000 Bürger ihr Leben. Mit unverändert gut 40 Prozent waren Frauen auch in 2018 deutlich seltener von einem Tod durch Herzinfarkt betroffen als Männer.

Krebsleiden an zweiter Stelle

Einer Krebserkrankung (Neubildungen) erlagen 2018 über 238.300 Menschen, das sind nicht ganz 25 Prozent aller Todesfälle. Frauen waren mit etwa 46 Prozent der an Krebs Verstorbenen seltener betroffen als Männer. Der Anteil der Neubildungen ist im Gegensatz zu den Herz-Kreislauf-Krankheiten von rund einem Fünftel Anfang der 1980er-Jahre auf aktuell über ein Viertel angestiegen.

Todesfälle durch Krebs gingen in erster Linie auf Lungen- und Bronchialkrebs zurück (rund 44.850 Gestorbene, Anteil: 19,5 Prozent). Dahinter folgen mit Anteilen von jeweils etwa einem Zwölftel (jeweils über 18.000 Fälle) Brustdüsenkrebs (knapp 18.800 Fälle) und Bauchspeicheldrüsen-Krebs (über 18.300 Fälle).

Insgesamt wurde damit bei über 61 Prozent der 2018 Verstorbenen eine Diagnose im Rahmen der beiden vorgenannten Krankheitsarten als Todesursache festgestellt.

Immer mehr sterben wegen psychischer Störungen

Die dritthäufigste Todesursache sind Krankheiten des Atmungssystems wie unter anderem COPD. Rund 71.700 Personen starben 2018 daran, was einem Anteil von gut sieben Prozent an allen Verstorbenen entspricht. Dieser Anteil hat sich seit vielen Jahren nicht signifikant verändert.

Den vierten Rang der häufigsten Gründe, warum Menschen hierzulande versterben, belegen psychische und Verhaltensstörungen wie Demenz. 2018 sind über 58.000 Personen in Deutschland daran gestorben, das waren 5.400 Menschen mehr als noch 2017. Dabei hatte die Zahl der wegen dieser Todesursache Verstorbenen bereits 2017 um etwa ein Achtel gegenüber 2016 zugenommen.

Zum Vergleich: 1980 entfielen nur knapp 0,7 Prozent der Todesdiagnosen auf diese Krankheitsart. Im Jahr 2000 waren es 1,0 Prozent, 2010 2,9 Prozent und 2017 bereits 5,6 Prozent und 2018 sogar 6,1 Prozent. Seit 2015 liegen diese Erkrankungen auf dem vierten Platz der häufigsten Sterbeursachen. Noch bis zum Jahr 2011 lagen psychische Störungen und Verhaltensstörungen nicht unter den ersten sechs häufigsten Todesursachen.

Über 41.000 Menschen sterben nicht an einer Krankheit

Anders als 2017 entfiel die fünfthäufigste Todesursache in 2018 auf äußere Ursachen wie Unfälle, Suizid oder Komplikationen bei medizinischen oder chirurgischen Eingriffen. Im Vorjahr lag diese noch auf dem sechsten Platz. Insgesamt verloren 2018 hierdurch fast 41.600 Personen ihr Leben, was einer Zunahme um vier Prozent entspricht. Davon starben im Berichtsjahr fast 29.900 Personen und damit über fünf Prozent mehr als im Vorjahr bei Freizeit-, Haushalts-, Verkehrs-, Arbeits- oder sonstigen Unfällen. Fast 9.400 Menschen verloren ihr Leben durch Suizid (plus zwei Prozent).

Einer Krankheit des Verdauungssystems wie Leberzirrhose oder Blinddarmdurchbruch erlagen 2018 fast unverändert knapp 41.100 Personen. Diese Erkrankungen sind somit die sechsthäufigste Sterbeursache. Weitere häufige Gründe, warum Menschen hierzulande dahinschieden, waren mit jeweils fast 35.000 Fällen Krankheiten des Nervensystems sowie Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Wer sichergehen möchte, dass im Todesfall die eigenen Angehörigen wie der Ehepartner und/oder die Kinder finanziell ausreichend versorgt sind, sollte frühzeitig eine entsprechende Vorsorge treffen. Denn die gesetzliche Hinterbliebenenrente, sofern überhaupt ein Anspruch darauf besteht, reicht in der Regel nicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Bei der Analyse, ob eine zusätzliche Hinterbliebenen-Absicherung notwendig ist und welche Lösung sinnvoll wäre, hilft der Versicherungsvermittler weiter.