Was häufig zu schweren Verkehrsunfällen führt

Zwar ist letztes Jahr die Anzahl an schweren Verkehrsunfällen, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden, gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Allerdings hat sich bei den Hauptursachen, die zu solchen Unfällen führen, nur wenig geändert.

27.7.2020 (verpd) Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik zeigt nicht nur, dass es letztes Jahr über 300.000 Verkehrsunfälle gegeben hat, bei denen mehr als 384.200 Personen verletzt und fast 3.050 getötet wurden. Sondern es werden auch die Ursachen, die hauptsächlich zu solch schweren Verkehrsunfällen geführt haben, genannt.

Letztes Jahr gab es nach der aktuellen Verkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) über 2,68 Millionen polizeilich erfasste Verkehrsunfälle und damit knapp 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon kam es bei mehr als 2,39 Millionen Unfällen ausschließlich zu einem Sachschaden, das waren im Vergleich zu 2018 fast 2,5 Prozent mehr.

Bei 300.143 Verkehrsunfällen, und damit fast 2,8 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahr, wurden Personen verletzt oder getötet. Insgesamt wurden bei diesen schweren Verkehrsunfällen in 2019 384.230 Verkehrsteilnehmer verletzt und 3.046 Personen getötet. Wie auch letztes Jahr ist der größte Teil der Unfälle mit Personenschäden auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Hauptursache: Menschliches Fehlverhalten

Insgesamt waren laut Destatis über 91,4 Prozent der Unfälle, bei denen es Verletzte oder Tote zu beklagen gab, auf Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern zurückzuführen. Im Detail gab es in 88,2 Prozent der Fälle ein Fehlverhalten von Pkw-, Krad-, Lkw-, Fahrrad- oder sonstigen Fahrzeugfahrern und in 3,2 Prozent ein falsches Verhalten von Fußgängern, die zu einem solchen schweren Unfall geführt haben.

7,5 Prozent der schweren Unfälle mit Personenschäden wurden 2019 durch widrige Straßen- und Witterungsverhältnisse wie Glätte, Starkregen oder Nebel, aber auch durch Hindernisse auf der Straße wie zum Beispiel Wildtiere, die auf die Fahrbahn gelaufen sind, verursacht. An knapp einem Prozent der schweren Unfälle sind technische Defekte und Wartungsmängel am Fahrzeug schuld.

Folgenreiche Verhalten der Autofahrer

Insgesamt verursachten 2019 199.369 Pkw-Fahrer, 43.018 Radfahrer, 17.641 Fahrer von Güterfahrzeugen, 14.994 Motorradfahrer, 7.154 Fahrer von Leichtkrafträdern, Mofas und sonstigen Kfz mit Versicherungs-Kennzeichen sowie 8.513 Fußgänger Verkehrsunfälle mit Personenschäden. Bei diesen Verkehrsteilnehmern wurden letztes Jahr 368.149 Fehlverhalten festgestellt, die zu den Unfällen geführt haben, das sind im Schnitt 1,2 menschliche Fehler pro Unfall mit Personenschaden.

Mit 64,6 Prozent hatten Pkw-Fahrer den höchsten Anteil von allen Unfallbeteiligten, die durch ein Fehlverhalten einen schweren Unfall verursachten. Ihnen wurden 237.700 Fehlverhalten angelastet, die zu solchen Unfällen führten. Das häufigste Fehlverhalten bei Autofahrern, das zu schweren Unfällen geführt hat, waren in 18,9 Prozent der Fälle Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren.

Fehler beim Abbiegen bis zum Fahren unter Alkoholeinfluss

Dahinter folgen mit einem Anteil von 17,6 Prozent die Missachtung der Vorfahrt oder des Vorranges, mit 16,1 Prozent Abstandsfehler und mit 10,8 Prozent eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Drei Prozent der Fahrfehler von Pkw-Fahrern, aufgrund derer es zu 13.949 Unfällen mit 17.411 Verletzten und 228 Toten kam, sind auf einen übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen.

Laut Destatis wurden „nicht angepasste Geschwindigkeit und Abstandsfehler überdurchschnittlich häufig jüngeren Fahrern vorgeworfen, während Abbiegefehler oder Vorfahrtsmissachtung mit steigendem Alter deutlich zunahmen“.