Hohes Unfallrisiko bei jungen Erwachsenen

Eine aktuelle Datenanalyse belegt, dass die 18- bis 24-Jährigen im Straßenverkehr hierzulande weiterhin das höchste Unfallrisiko haben. Die meisten verunglückten als Pkw-Insassen. Die Untersuchung zeigt auch die häufigsten Fahrfehler der Fahranfänger, die zu Unfällen führen, auf.

5.11.2018 (verpd) Laut einer Unfallanalyse des Statistischen Bundesamtes ist das Unfallrisiko der 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmer im Vergleich zu den anderen Altersgruppen am höchsten. 2017 war, wie im Vorjahr auch, jeder Sechste, der bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde, zwischen 18 und 24 Jahre alt, dabei stammte aber nur jeder dreizehnte Verkehrsteilnehmer aus dieser Altersgruppe. Jeder fünfte Autounfall, bei dem Personen verletzt wurden, wurde durch einen Fahranfänger verursacht. Eine überhöhte Geschwindigkeit war dabei die häufigste Unfallursache.

Wie einem aktuellen Unfallanalysebericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu entnehmen ist, gab es letztes Jahr hierzulande 62.966 Verkehrsopfer im Alter von 18 bis 24 Jahren bei Verkehrsunfällen. Davon wurden 62.572 Personen verletzt und 394 Verkehrsteilnehmer aus dieser Altersgruppe kamen ums Leben.

Insgesamt reduziert sich zwar seit Jahren die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten 18- bis 24-Jährigen. Dennoch war auch in 2017 wie in der Vergangenheit das Risiko, im Straßenverkehr so schwer zu verunglücken, dass es zu Verletzungen kommt, für die Verkehrsteilnehmer in diesem Alter so hoch wie in keiner anderen Altersgruppe.

Überdurchschnittlich hohe Unfallgefahr

Während von 100.000 Einwohnern aller Altersgruppen 477 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet wurden, waren es bei den 18- bis 24-Jährigen pro 100.000 Bürger dieses Alters 995 – und damit fast doppelt so viele. Der Anteil der 18- bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung betrug 7,7 Prozent, der Anteil der Verkehrsopfer in dieser Altersgruppe, die 2017 bei Verkehrsunfällen verletzt wurden, dagegen 16,1 Prozent und der Anteil der Unfalltoten 12,4 Prozent.

19,3 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Getöteten, bei dem ein Pkw-Fahrer der Unfallverursacher war – und damit fast jeder fünfte schwere Autounfall – wurden durch einen Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verschuldet.

Bei allen Verkehrsunfällen, bei denen auch ein 18- bis 24-jähriger Fahrer am Unfall beteiligt war, traf überdurchschnittlich viele, nämlich 65,3 Prozent dieser Fahrer die Hauptschuld am Unfall. Noch höher war der Anteil bei den 18- bis 20-jährigen Unfallbeteiligten; hier verursachten im Vergleich zu allen Unfallbeteiligten in dieser Altersgruppe 70,3 Prozent Personen den Unfall.

Die häufigsten Unfallursachen bei Fahranfängern

Der häufigste Fahrfehler bei den 18- bis 24-jährigen Fahranfängern, die mit zu schweren Verkehrsunfällen führten, war wie in den letzten Jahren auch eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Insgesamt fuhren 17,0 Prozent der unfallbeteiligten Autofahrer dieser Altersgruppe zu schnell.

Zudem gibt es noch weitere häufige Fahrfehler von Fahranfängern, die zu schweren Verkehrsunfällen führten. So hielten 14,6 Prozent der unfallbeteiligten 18- bis 24-Jährigen nicht genügend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, 10,5 Prozent machten Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- oder Anfahren und 10,0 Prozent missachteten die Vorfahrt oder den Vorrang.

Bei jedem 33 unfallbeteiligten Fahranfänger wurde eine falsche Straßenbenutzung wie der Verstoß des Rechtsfahrgebotes oder das verkehrte Einfahren in eine Einbahnstraße festgestellt. Jeder 37. der 18- bis 24-Jährigen, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt waren, stand unter Alkoholeinfluss und jeder 45. verhielt sich beim Überholen falsch.

Tödliche Fahrfehler

„Betrachtet man nur die besonders schwerwiegenden Unfälle, das sind die Unfälle mit Getöteten, so hatten in 2017 bei den 18- bis 24-jährigen Pkw-Fahrern die Unfallursachen nicht angepasste Geschwindigkeit (32,3 Prozent der Unfallbeteiligten), falsche Straßenbenutzung (14,7 Prozent) und Alkoholeinfluss (6,2 Prozent) eine wesentlich höhere Bedeutung als bei allen Unfällen mit Personenschaden“, wie die Destatis im Unfallanalysebericht betont.

Von diversen Organisationen gibt es Informationen, aber auch kostenpflichtige Fahrsicherheits-Trainings, die nicht nur Fahranfängern verdeutlichen, was ein Fehlverhalten beim Fahren bewirken kann, sondern auch zeigen, wie sich solche Fehler vermeiden lassen.

Solche Sicherheitstipps- und Fahrtrainings werden unter anderem vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V., von Automobilclubs wie dem ADAC oder ACE und von der Deutschen Verkehrswacht angeboten.

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