Altersvorsorge | 21.02.12 Erwerbstätige überdurchschnittlich fleißigMehr als 34 Jahre lang dauert ein Arbeitsleben in der Europäischen Union. In Deutschland nehmen die Menschen sogar noch länger am Erwerbsleben teil, wie eine aktuelle Statistik zeigt. Dies reicht jedoch nicht, um sich alleine auf die gesetzliche Altersvorsorge verlassen zu können. 20.2.2012 (verpd) In Deutschland arbeiten die Erwerbstätigen auf das gesamte Arbeitsleben gesehen über zwei Jahre länger als der Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten, wie eine aktuelle Statistik zeigt. Dennoch können viele hierzulande nicht die Voraussetzungen erfüllen, um eine Altersrente ohne Abschläge zu erreichen. Wie das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) anhand von Bevölkerungs- und Arbeitsmarktdaten der Mitgliedstaaten der Europäischen Union ermittelt hat, dauert in den 27 EU-Mitgliedsstaaten ein Arbeitsleben im Durchschnitt 34,5 Jahre. In der Statistik wurden sowohl Zeiten der Erwerbstätigkeit als auch Phasen der Erwerbslosigkeit und der aktiven Suche berücksichtigt. Deutschland liegt über dem DurchschnittGemäß dem ermittelten sogenannten Duration of Working Life Indicator (DWL-Indikator) war in 2010 das erwartete Arbeitsleben in der EU mit durchschnittlich 40,1 Jahren in Schweden am längsten, dicht gefolgt von Dänemark mit 39,5 Jahren und Niederlande mit 39 Jahren. In Italien war das Arbeitsleben mit 29,6 Jahren und in Ungarn mit 29,3 Jahren innerhalb der EU am kürzesten. In Deutschland wurde in 2010 mit 36,8 Jahren 2,3 Jahre länger gearbeitet als im EU-Mittel. Betrachtet man den gesamten europäischen Raum, nahmen die Isländer mit 44,6 Jahren und die Schweizer mit 41,4 Jahren am längsten am Erwerbsleben teil. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 nahm die Lebensarbeitszeit in fast allen Ländern der EU im Durchschnitt um 1,6 Jahre und in Deutschland um 2,5 Jahre zu. Wie Eurostat mitteilte, habe dazu die höhere Lebenserwartung und die zunehmende Erwerbsbeteiligung insbesondere von Frauen beigetragen. Abschläge sind üblichObwohl die Arbeitnehmer in Deutschland länger arbeiten als der Durchschnitt in der EU, müssen viele mit Abschlägen bei der gesetzlichen Rente rechnen, da die Voraussetzungen für eine volle Altersrente oft nicht erfüllt werden. Dazu muss nämlich so lange gearbeitet werden, bis die Regelaltersgrenze – je nach Geburtsdatum das 65. bis hin zum 67. Lebensjahr – erreicht ist. Alternativ kann man auch mit 65. Lebensjahren die Altersrente für besonders langjährig Versicherte beanspruchen, wenn man die besondere Wartezeit von 45 Jahren erreicht hat. Hierzu zählen alle Zeiten mit entrichteten Beiträgen aus einer versicherungs-pflichtigen Beschäftigung oder auch Kindererziehungszeiten. Nicht angerechnet werden unter anderem Anrechnungszeiten, wie beitragsfreie Zeiten wegen Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Wie Statistiken für Deutschland zeigen, gehen gegenwärtig rund die Hälfte der Altersrentnerinnen und -rentner vorzeitig und damit mit Abschlägen in den Ruhestand. Vorausschauendes Handeln ist gefragt„Lediglich Männer, die aus stabiler Beschäftigung in Rente gehen, schaffen es mehrheitlich, ohne Abschläge durchzukommen – und viele von ihnen haben die Altersteilzeit in Anspruch genommen. In allen anderen Gruppen – Frauen sowie Männer in gelegentlicher oder längerer Arbeitslosigkeit – müssen 60 bis 80 Prozent der Neurentner Abschläge hinnehmen“, erklären Wissenschaftler des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. Wer es weder vorhat oder es schafft bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten noch im Alter auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten möchte, sollte bereits frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen. Dies kann über eine betrieblich sowie staatlich geförderte und/oder private Anlageform erfolgen. Wie hoch die voraussichtliche Rentenlücke ohne zusätzliche Vorsorge tatsächlich sein wird und welche individuell passenden Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen, können bei einem Versicherungsexperten erfragt werden.
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