Gesundheit | 20.02.12 Bluthochdruck - das unterschätzte RisikoMehr als jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Bluthochdruck. Doch viele wissen gar nicht, dass sie darunter leiden, und wenn doch, was sie dagegen tun können. Dabei hat diese Erkrankung oft fatale Auswirkungen. 20.2.2012 (verpd) Mit rund 41 Prozent aller Todesfälle in Deutschland gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Bluthochdruck wiederum ist der bedeutendste Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Daher ist es wichtig, dass jeder Erwachsene weiß, wie es mit seinem Blutdruck bestellt ist und was man notfalls gegen zu hohe Werte unternehmen kann. Die Folgen von Bluthochdruck können katastrophal sein. Diese Erkrankung kann zum Schlaganfall, zum Herzinfarkt, zur Herzschwäche, zu Herzrhythmusstörungen, zum Nierenversagen und sogar zur Erblindung führen. Zum Beispiel steigt die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, nach Angaben von Gesundheitsexperten für Menschen mit Bluthochdruck auf das Siebenfache an. Der BlutdruckIm Herz-Kreislauf-System werden alle Körperregionen mithilfe des Blutes mit Nährstoffen versorgt. Das Blut muss dazu mit einem bestimmten Druck durch die Gefäße fließen. Je nachdem, welchen Bedarf der Organismus hat, wird bei einem gesunden Menschen die Höhe des Blutdrucks entsprechend angepasst. Beispielsweise steigt der Blutdruck bei körperlichen Anstrengungen und sinkt während einer Ruhephase oder beim Schlafen. Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt: Der obere (systolische) Druck ist der höchste Blutdruck, der durch die Herzmuskelkontraktion entsteht (Systole = Anspannungs- und Auswurfphase) und mittels der daraus resultierenden Pulswelle gemessen wird. Der untere (diastolische) Blutdruck ist der niedrigste Blutdruck, der vor der folgenden Herzmuskelkontraktion (Diastole = Entspannungs- und Füllungsphase) gemessen wird. Was ist Bluthochdruck?Die Angabe der Blutdruckwerte erfolgt in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), wobei 1 mmHg dem Druck entspricht, der von einer Quecksilbersäule von ein Millimeter Höhe erzeugt wird. Doch was ist Bluthochdruck überhaupt? Nach der geläufigsten Definition liegt eine Hypertonie (Bluthochdruck) vor, wenn der systolische (obere) Blutdruckwert 140 mmHg und/oder der diastolische (untere) Wert 90 mmHg oder mehr beträgt. Wie der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes zu entnehmen ist, leiden 42,1 Prozent der Frauen und 50,3 Prozent der Männer in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren an Bluthochdruck. Doch viele wissen es auch gar nicht. In vielen Fällen wird die Hypertonie erst bemerkt, wenn der Kreislauf oder innere Organe geschädigt sind oder wenn es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kam. Regelmäßig messenPrinzipiell ist es daher wichtig, dass jeder seinen Blutdruck regelmäßig messen lässt. Dies kann beim Arzt oder auch in der Apotheke geschehen. Alternativ gibt es auch spezielle Blutdruckmessgeräte für den Eigengebrauch. Eine regelmäßige Blutdruckmessung ist sinnvoll, da ein normaler oder niedriger Blutdruck im Laufe der Zeit nicht unbedingt immer so bleibt. Dies wird auch dadurch bedingt, dass im Alter die Gefäße ihre Elastizität verlieren können, und dies wiederum kann zum Bluthochdruck führen. Experten schätzen, dass jeder zweite über 60-Jährige an Hypertonie erkrankt ist. Auf den Lebensstil kommt es anUm einem hohen Blutdruck vorzubeugen oder für eine Verbesserung im Krankheitsfall zu sorgen, ist eine gesunde Lebensweise von großer Bedeutung. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein mäßiger Bluthochdruck mit systolischen Blutdruckwerten zwischen 140 bis 159 mmHg und/oder diastolischen Werten zwischen 90 bis 99 mmHg durch eine Änderung der Lebensweise normalisiert werden kann. Neben einer regelmäßigen Bewegung, am besten ein dreimal wöchentliches Ausdauertraining von je 30 bis 45 Minuten, gehören dazu ein ausreichender und ungestörter Schlaf, die Vermeidung von chronischem Stress, kein Nikotin und eine gesunde Ernährung. Gesundheitsexperten empfehlen hierzu die Mittelmeerküche, also eine Ernährung mit viel Gemüse, Salat, Obst, Fisch, Vollkornprodukten, Raps- und Olivenöl. Ärztlicher Rat ist wichtigZudem sollte Übergewicht vermieden oder, wenn bereits vorhanden, abgebaut werden. Des Weiteren sollte man möglichst nicht mehr als vier Gramm Salz täglich zu sich nehmen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann die Ursache von Bluthochdruck sein. Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. sollte die Alkoholzufuhr daher höchstens zehn Gramm Alkohol bei Frauen oder 20 Gramm bei Männern pro Tag betragen. Etwa 20 Gramm Alkohol sind in rund 0,25 Liter Wein enthalten. Grundsätzlich sollte bei Bluthochdruck immer ein Arzt zurate gezogen werden, denn eventuell ist auch eine Medikamenteneinnahme notwendig. Eine gegen Hypertonie verschriebene Arznei sollte auf keinen Fall ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt oder die Dosis auf eigene Faust verringert werden.
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