Studie | 31.01.12 Existenzgründer wollen gut versichert werdenDie Zahl der Selbstständigen und Freiberufler steigt. Fast allen Jungunternehmern ist ein Rundumschutz wichtig, aber nur gut die Hälfte nimmt eine Beratung auch tatsächlich in Anspruch, wie eine Studie zeigt. 30.1.2012 (verpd) Die meisten Unternehmer und Freiberufler legen ab Beginn ihrer Selbstständigkeit Wert auf eine gute Absicherung, aber nur 55 Prozent haben sich dazu umfassend beraten lassen, wie eine Befragung des Marktforschungs-Unternehmens Heute & Morgen GmbH ergab. Doch ein fehlender Schutz gefährdet die finanzielle und berufliche Existenz. Auf 400.000 schätzt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) die Zahl der Existenzgründungen 2011 in Deutschland. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen liegt insgesamt mehr als doppelt so hoch. Mehr Neugründungen als SchließungenLaut der Gründungs- und Liquidationsstatistik des Instituts waren gut zwei Drittel der Existenzgründer Kleingewerbetreibende. Mit 80 Prozent Anteil ist das Einzelunternehmen die beliebteste Rechtsform. Die Zahl der Neugründungen übersteigt nach der Statistik des Instituts die Zahl der Schließung von Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2011 lag der Gründungssaldo bei 14.500. Auch die Zahl der Freiberufler nimmt zu. Ihre Zahl stieg laut Arbeitsmarktstatistik 2010 des Statistischen Bundesamtes zwischen den Jahren 2000 und 2010 von 917.000 auf 1,248 Millionen. Davon hatten 766.000 keine Angestellten, im Jahr 2000 war der Anteil der „Einzelkämpfer“ mit 490.00 noch bedeutend kleiner. Der Wunsch nach RundumschutzFür 90 Prozent der Existenzgründer ist es wichtig, ihre neue Unternehmung rundum gut abgesichert zu wissen und mehr als jeder Dritte sucht in der Gründungsphase nach externen Finanzierungswegen. Für zwei von drei Existenzgründern wird das Thema private Absicherung und Vorsorge in der Gründungsphase zudem wichtiger als je zuvor. Dies zeigt die Studie „Zielgruppen-Insights: Existenzgründer“ der Heute und Morgen GmbH. Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von 200 Existenzgründern mit dem Schwerpunkt GmbH-Gründer. Sie wurden Ende 2011 telefonisch zu ihren Erwartungen und Wünschen an die Finanzdienstleister sowie zu ihrem Finanzierungs- und Versicherungsbedarf befragt. Ergänzend wurden vertiefende qualitative Interviews mit Existenzgründern geführt. Beratungsdefizit bestehtTrotz des hohen Interesses an betrieblichen Versicherungen und privater Vorsorge haben sich mit 55 Prozent nur gut die Hälfte der Befragten mehr oder weniger umfassend beraten lassen. 28 Prozent der Jungunternehmer gaben an, gar keine Beratung beansprucht zu haben. Dabei ist gerade eine frühzeitige Bedarfsermittlung besonders wichtig, damit die durch die Existenzgründung neu entstandenen gewerblichen und privaten Finanzierungs- und Absicherungsdefizite abgesichert werden. Finanzielle ExistenzrisikenWenn nämlich der Unternehmer oder einer seiner Mitarbeiter bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit einem Dritten einen Personen- oder Sachschaden zufügt, beziehungsweise einen dadurch bedingten Vermögensschaden verursacht, haftet der Firmenleiter für den entstandenen Schaden. Das Risiko ist nicht zuletzt aufgrund der nicht vorhersehbaren Schadenhöhe unkalkulierbar und kann damit die finanzielle Existenz gefährden. Eine Betriebs-Haftpflichtversicherung hingegen übernimmt im Versicherungsfall den Schaden oder wehrt unberechtigte Forderungen Dritter ab. Auch eine Beschädigung am Betriebsinventar, wie etwa an Maschinen oder an der EDV-Anlage zum Beispiel durch Brand, Diebstahl, Sturm oder sonstige Gefahren, kann – abgesehen von den Reparaturkosten – schlimmstenfalls zum Stillstand des Betriebs führen. Diverse Sachversicherungen, wie eine Inhaltsversicherung, eine Elektronik- oder auch eine Maschinenversicherung sowie eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung bieten hier finanziellen Schutz. Persönliche Absicherung beachtenZudem sollten Existenzgründer auch an die Absicherung der Familie und der eigenen Arbeitskraft denken. Beispielsweise können ohne eine ausreichende Krankenversicherung, eine Krankentagegeld- und eine Berufsunfähigkeits-Versicherung Unfälle oder Krankheiten schnell zum beruflichen Existenzrisiko werden. Für eine umfassende und auf die persönliche Situation zugeschnittene Bedarfsermittlung empfiehlt sich für Existenzgründer ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann. Denn nur eine individuelle Analyse schafft einen Überblick, welche Risiken vom Unternehmer selbst getragen werden können und welche möglichen Risiken lieber durch entsprechende Versicherungsverträge abgesichert werden sollten.
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